Die Prüfung der Effizienz frauenfördernder Maßnahmen im Hinblick auf verbesserte Entwicklungs- und Karrierechancen für Wissenschaftlerinnen ist wichtiger Bestandteil der Arbeit des CEWS. Hier stehen z.B. Evaluationen der einschlägigen Fachprogramme auf Länderebene im Vordergrund.
Darüber hinaus gilt es, den aktuellen Stand der Umsetzung gleichstellungspolitischer Instrumente im Wissenschaftsbetrieb zu dokumentieren. In diesem Zusammenhang hat das CEWS das erste Hochschulranking unter Gleichstellungsaspekten entwickelt, welches zweijährlich fortgeschrieben werden wird. Der Leistungsbereich „Evaluation & Benchmarking“ hat das Ziel, einerseits Verbesserungspotenziale aufzuzeigen und Impulse für innovative Ansätze zu geben; andererseits werden im Rahmen des Total E-Quality Prädikats Best-Practice-Beispiele mit Modellcharakter identifiziert und die Einrichtungen ausgezeichnet. Deren frauenförderndes Engagement wird gleichzeitig durch die Verpflichtung, sich erneut zu bewerben, wenn sie das Prädikat weiter führen wollen, kontinuierlich angeregt. Selbstverständlich messen und bewerten wir auch die Qualität unserer eigenen Angebote, wie z.B. der Bewerbungs- und Karrieretrainings im Rahmen des Bundesprogramms "Anstoß zum Aufstieg".
Aktuelle Projekte (chronologisch absteigend):
Total E-Quality Prädikat
Evaluation der Gleichstellungsarbeit einzelner Hochschulen
Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten
Evaluation des Programms „Anstoß zum Aufstieg“
Evaluation des Lise Meitner-Habilitationsstipendienprogramms
Evaluation des Fachprogramms zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen in Forschung und Lehre (Schleswig-Holstein)
Im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen führte das CEWS die Evaluation des Lise Meitner-Habilitationsstipendienprogramms durch. Dem seit 1991 bestehenden Programm kommt Modellfunktion für ähnliche Maßnahmen anderer Bundesländer zu; es wurde jedoch bislang noch nicht evaluiert. Maßgeblich waren bei dieser Evaluationsstudie die Fragen nach der zielgerichteten Umsetzung und der Effektivität des Programms. Aufgrund der bereits längeren Laufzeit bot sich auch die Möglichkeit, die mittelfristigen Wirkungen der frauenfördernden Maßnahme im Rahmen einer beruflichen Verbleibsstudie der ehemaligen Stipendiatinnen nachzuzeichnen.
Die Umfrage unter derzeitigen und ehemaligen Lise Meitner-Stipendiatinnen wurde online durchgeführt.
Die Evaluationsstudie wurde im Mai 2004 abgeschlossen und in einem Bericht dokumentiert, der dem nordrhein-westfälischen Ministerium für Bildung und Wissenschaft übergeben wurde. Die Ergebnisse zeigen einen hohen Standard des Lise Meitner-Programms und mit Habilitationsstipendien anderer Organisationen vergleichbare Erfolgsquoten im Sinne abgeschlossener Habilitationen. Interessante Ergebnisse zu weiteren Einflussfaktoren auf den Karriereverlauf wurden ebenso deutlich wie Unterschiede zwischen Professorinnen und bislang noch nicht berufenen ehemaligen Stipendiatinnen. Die neben den sehr positiven Ergebnissen deutlich gewordenen suboptimalen Aspekte wurden in Form von konkreten Empfehlungen genutzt, mit dem Ziel, im Detail Umsteuerungen zu initiieren. Die Studie ist in einem Beitrag für die Publikation "Erfolg und Wirksamkeit von Gleichstellungsmaßnahmen an Hochschulen (cews.Beiträge no.3) veröffentlicht.
Die Umsetzung des Fachprogramms „Chancengleichheit" des Hochschul- und Wissenschaftsprogramms HWP im Land Schleswig-Holstein wurde im Auftrag des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein durch das CEWS evaluiert. Ziel der Evaluation war die Beantwortung der Frage, ob mit den an Schleswig-Holsteins Hochschulen durchgeführten Projekten die in der Bund-Länder-Vereinbarung angestrebten Ziele auch tatsächlich erreicht werden. Die Erhebung wurde online durchgeführt.
Die Evaluationsstudie wurde im November 2003 abgeschlossen und lieferte aufschlussreiche Ergebnisse zur Umsetzung der frauenfördernden Maßnahmen in Schleswig-Holstein. Grundsätzlich führte die Evaluation zu positiven Ergebnissen, gleichzeitig sind auch verbesserungswürdige Aspekte deutlich geworden, die in Form konkreter Empfehlungen Eingang in den Evaluationsbericht fanden. Aufgrund einer Vergleichstichprobe von geförderten männlichen Wissenschaftlern konnten interessante Geschlechterdifferenzen aufgezeigt werden. Der Auftraggeber hat die Studie bisher nicht veröffentlicht.
Im Rahmen des Projektes Anstoß zum Aufstieg fand auch eine Evaluation der CEWS-Karriere-Trainingsseminare für Wissenschaftlerinnen zur Vorbereitung auf eine Professur statt. Ziel der Evaluation ist die Bewertung der Seminare sowie des anschließenden Coachings und die Entwicklung von Qualitätsstandards. Darüber hinaus wurden die beruflichen Entwicklungen der Teilnehmerinnen nachgezeichnet.
Daneben werden solche soziodemographischen und biographischen Aspekte erhoben, die in Zusammenhang mit dem Berufsverlauf und der Karriereentwicklung der Wissenschaftlerinnen von Bedeutung sein können.
Die Auswertung zeigte zum einen eine hohe Zufriedenheit mit den Seminaren, auch im Rückblick von 6 Monaten. Viele Teilnehmerinnen konnten ihre berufliche Position verbessern, doch ist ein Zeitraum von einem halben Jahr zu kurz, um fundierte Aussagen über die Wirksamkeit des Programms zu machen. Zum anderen konnten mögliche karrierefördernde und –hemmende Faktoren analysiert werden, u.a. im Zusammenhang von Bildungsherkunft und Integration in die wissenschaftliche Gemeinschaft. Auch das Instrument der Selbstwirksamkeit erbrachte interessante Ergebnisse.
Die Ergebnisse der Studie wurden im Rahmen der abschließenden Tagung im Dezember 2005 mit einem Fachpublikum diskutiert. Eine Veröffentlichung in der Reihe cews.Beiträge ist in Vorbereitung.
Die zahlreichen bisherigen Hochschulrankings in Deutschland berücksichtigen Gleichstellungsaspekte nicht oder nur unzureichend. Die Verwirklichung der Chancengleichheit für Frauen und Männer ist jedoch ebenfalls ein wichtiges Qualitätskriterium zur Bewertung von Hochschulen. Im Sinne einer besseren Transparenz hinsichtlich dieses Kriteriums schließt das CEWS-Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten diese Lücke. Gleichzeitig gibt es Hochschulen Anhaltspunkte dafür, ihre Leistungen im Bereich Gleichstellung und Chancengleichheit im bundesweiten Vergleich einzuordnen.
Alle deutschen Hochschulen einer festgelegten Mindestgröße wurden in die Studie einbezogen. Das Ranking beruht auf quantitativen Daten des Statistischen Bundesamtes, die mit Hilfe von Indikatoren ausgewertet wurden. Der Frauenanteil an Professuren, am wissenschaftlichen und künstlerischen Personal, an den Habilitationen und Promotionen wird jeweils zu dem Frauenanteil an den Studierenden in Bezug gesetzt. Der Indikator Studierende misst die Nähe zur Gleichverteilung von Studenten und Studentinnen. Zwei Indikatoren zeigen die Veränderungen des Frauenanteils an den Professuren und am wissenschaftlichen und künstlerischen Personal in einer Zeit von fünf Jahren. Alle Indikatoren wurden in einer Gesamtbewertung jeweils für Universitäten, für Fachhochschulen und Verwaltungsfachhochschulen sowie für künstlerische Hochschulen zusammengefasst.
Das erste Ranking wurde im August 2003 in der Reihe cews.publik veröffentlicht. Die erste Fortschreibung folgte im November 2005. Im Rahmen eines Fachgesprächs im Dezember 2005 wurden als Weiterentwicklungen diskutiert, wie qualitative Aspekte der Gleichstellung integriert und wie mit dem Ranking Benchmarking-Prozesse angestoßen werden können.
Der Verein Total E-Quality Deutschland e.V. vergibt einmal jährlich das Total E-Quality Prädikat für eine auf Chancengleichheit ausgerichtete Personalpolitik. Bewerben können sich Unternehmen, Organisationen sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die Bewerbungen werden von einer unabhängigen Jury bewertet.
Auf Wunsch des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hat der Verein Total E-Quality die gesamte Abwicklung für den Bereich Wissenschaft und Forschung auf das Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung CEWS übertragen.
Das CEWS hat zu diesem Zweck ein eigenes Internet-Portal errichtet.
Mitarbeiterinnen des CEWS sind als Gutachterinnen in die Evaluation der Gleichstellungsarbeit einzelner Hochschulen eingebunden. So wurden sie als Gutachterin für die Evaluation der Gleichstellungsstelle der Universität Zürich und für die Evaluation der Gleichstellungsarbeit an österreichischen Universitäten berufen.
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