Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung


Leistungen - Strategie- & Konzeptentwicklung

Strategie- & Konzeptentwicklung

Das CEWS initiiert Diskussionen und bezieht Position zu aktuellen wissenschaftspolitischen Themen. Darüber hinaus bietet das CEWS auch konkrete Unterstützung für seine Zielgruppen an, indem jeweils passgenaue Strategien und Konzepte zu den im Vorfeld definierten Handlungsfeldern entwickelt werden. Innovative wissenschaftlich fundierte Konzepte und die evaluierende Begleitung der Umsetzung durch das CEWS werden vor allem von Führungskräften im Wissenschaftsbetrieb und von der Wissenschaftsadministration in Anspruch genommen.

Auf diesem Wege unterstützen wir Hochschulen, Forschungseinrichtungen und die industrielle Forschung, genderrelevante Aspekte in ihre Strategien zu integrieren. Die Impulse für Veränderungen kommen sowohl von Seiten der Politik, wie z.B. im Rahmen der Dienstrechtsreform, der Innovationsdebatte etc., oder sie sind Ausdruck gesellschaftlicher Trends, wie dies z.B. im Rahmen der Diskussion um Work-Life-Balance der Fall ist.

Projekte

Eine erfolgreiche Innovationspolitik wird auch daran gemessen werden, ob und in welcher Weise sie die Kategorie „Geschlecht“ einbezogen hat. Dabei geht es nicht nur darum, Wissenschaftlerinnen an Vorhaben der Spitzenforschung zu beteiligen, sondern auch darum, die Geschlechterthematik in die Forschung zu integrieren und die Innovationen gleichermaßen Frauen wie Männern zugute kommen zu lassen. In der Diskussion um Elite setzt sich das CEWS dafür ein, Elite und Exzellenz nur in enger Verknüpfung mit Heterogenität und Diversität zu verstehen. Auf dieser Grundlage entwickelte das CEWS in einem Positionspapier Forderungen, die bei der besonderen Förderung von Spitzenuniversitäten sowie bei der besseren Verknüpfung von universitärer und außeruniversitärer Forschung und Entwicklung (Exzellenzzentren/Exzellenzcluster) berücksichtigt werden sollten. Diese Aspekte wurden in der entsprechenden Diskussion auf Bund-Länder-Ebene über die Umsetzungskriterien im Wettbewerb der Hochschulen und Forschungseinrichtungen aufgenommen. 

Im Berlin-Communiqué vom 19. September 2003 bekräftigen die europäischen Hochschulministerinnen und -minister die soziale Dimension des Bologna-Prozesses und benennen erstmals auch den Abbau von geschlechtsspezifischen Ungleichheiten als ein Ziel dieses Prozesses. Zur Unterstützung einer adäquaten Umsetzung dieses Beschlusses in Deutschland legt das CEWS allgemeine Standards und Kriterien für die Akkreditierung von Studiengängen vor. Die Sicherung der Chancengleichheit für Frauen und Männer ist dabei ein Qualitätskriterium im gesamten Akkreditierungsprozess. Geschlechterspezifische Anforderungen beziehen sich sowohl auf die personelle Besetzung von Entscheidungsgremien in Akkreditierungsrat und Agenturen, als auch auf Studienzugang, Curricula, Studienorganisation, Berufsorientierung, Hochschulpersonal sowie auf die Integration von Inhalten der Frauen- und Genderforschung in die Lehre bei den zu akkreditierenden Studiengängen.

Das CEWS begleitet die Dienstrechtsreform, insbesondere die Einführung von Juniorprofessuren, seit dem Beginn der Diskussionen. Im Auftrag des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft, Forschung des Landes NRW untersucht das CEWS derzeit die Karrierewege, Arbeitsbedingungen und vor allem die Möglichkeiten der work-life-balance von Juniorprofessor/innen im Vergleich zu C1 Assistent/innen. Die Erfahrungen bei der Besetzung der Juniorprofessuren wurden in einer Umfrage des CEWS mit der Bundeskonferenz der Frauenbeauftragten und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen erhoben. Die Entwicklung der Frauenanteile in dieser neuen Personalkategorie sowie die Rahmenbedingungen sind Bestandteile dieses Monitoring. Die Transparenz bei der Stellenbesetzung, vor allem eine bundesweite bzw. internationale Ausschreibung, sowie die Selbstständigkeit der Juniorprofessorinnen und -professoren werden vom CEWS als wichtige gleichstellungspolitische Fortschritte angesehen. Kritisch werden die bisher häufig fehlenden verlässlichen Perspektiven im Anschluss an eine Juniorprofessur in Form des tenure-track sowie die Unsicherheiten bezüglich der fortdauernden Bedeutung der Habilitation als Zugangsvoraussetzung für eine Professur gesehen.

Die Zielgruppe Wissenschaftlerinnen wurde im Rahmen des Bundesprogramms "Anstoß zum Aufstieg" auch zu Fragen und Strategien im Zuge der Dienstrechtsreform beraten. Dabei spielte z.B. auch die geeignete Verhandlungsführung beim Übergang von der C- zur W-Besoldung eine wichtige Rolle. Das CEWS informiert durch seine Angebote, Stellungnahmen und Publikationen kontinuierlich und aktuell zur weiteren Umsetzung der Reform und den diesbezüglichen Erfahrungen und Effekten im Wissenschaftsbetrieb.

Das Themenfeld der Konzeption des europäischen Forschungsraums (ERA) hat das CEWS unter dem Blickwinkel der Situation der Wissenschaftlerinnen in den außerhochschulischen Forschungseinrichtungen bearbeitet und ein Positionspapier hierzu veröffentlicht. Dieser Ansatz liegt darin begründet, dass die forschungspolitischen Ziele der EU-Mitgliedstaaten nur unter Ausschöpfung des Gesamtpotenzials an Forschenden erreicht werden können. Hierzu bedarf es der Beseitigung der Unterrepräsentanz von Wissenschaftlerinnen, insbesondere auch in der außerhochschulischen und der industriellen Forschung.

Zum Thema Balancierung von Wissenschaft und Elternschaft hat das CEWS den gegenwärtig noch lückenhaften Forschungsstand analysiert und in einem Überblick aufbereitet (cews.Newsletter Nr. 26). Damit soll einerseits eine fundierte Diskussionsbasis für die Auseinandersetzung mit Vereinbarkeitsfragen geschaffen und ein zukunftsorientierter Umgang mit dem vorhandenen Potenzial an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gefördert werden. Andererseits bildet diese Analyse für das CEWS die Grundlage zur Entwicklung konkreter und umsetzungsorientierter Konzepte für den Wissenschafts- und Forschungsbetrieb.



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